Trierischer Volksfreund, September 2010

Big Band als Sprungbrett für junge Musiker

von unserem Mitarbeiter Christoph Strouvelle

Die Big Band des Gymnasiums Hermeskeil und die Landes-Schüler-Bigband des Saarlandes haben während des Hermeskeiler Kulturherbstes ein Konzert gegeben. Etwa 130 Zuhörer freuten sich über Jazz vom Feinsten.

Hermeskeil. Big Bands in Concert hieß es am Samstagabend in der Hermeskeiler Hochwaldhalle. Auf der Bühne standen die Big Band Laid Back (Big Band des Gymnasiums Hermeskeil) und Jazz Train, die Landes-Schüler-Bigband des Saarlandes.

Den Auftakt des Konzerts machten die Hochwälder Schüler. Egal ob Bossa Nova, Samba, oder jazzige Stücke wie Tuxedo Junction, die 23 Musiker unter der Leitung ihres Musiklehrers Stefan Butterbach boten einen gelungenen Start in den Abend. Dabei hatten die jungen Musiker auch Gelegenheit, mit Soli zu glänzen, darunter auch Lena Jacobi, die das Beatles-Stück Yesterday sang.

Das Konzept des Jazzprojektes am Hermeskeiler Gymnasiums will die Kreativität der Schüler fördern und lässt deshalb in allen Stücken einen oder zwei Musiker improvisieren. Offenbar ist das Rezept erfolgreich, denn die Big Band „Laid Back“ besteht seit elf Jahren. Dabei profitiert das Ensemble von den umliegenden Musikvereinen der Region, in denen die meisten Schüler laut Bandleiter Butterbach ebenfalls aktiv sind.

Den zweiten Teil des Abends gestaltete Jazz Train. Die Big Band aus dem Saarland ist das Kind eines Landesprojektes unter der Leitung von Matthias Ernst und Ernst Urmetzer. Die beiden Musiklehrer suchen ihre jungen Musiker für die Big Band im gesamten Saarland. Diese ist so seit über 20 Jahren eine Talentschmiede des saarländischen Jazz, aus der schon etliche Schüler zum Musikstudium gefunden haben. Insofern konnte Jazz Train das beachtliche Niveau der Hermeskeiler Big Band noch toppen. Einen maßgeblichen Anteil daran hatte die Solistin Laura Borchers, die die gespielten Stücke des amerikanischen Komponisten Cole Porter gesanglich begleitete.

Zum Schluss des Konzerts spielten die beiden Big Bands gemeinsam „Oye como va“ von Santana. Den Zuschauern hatte es gefallen. Anton Bauch aus Hermeskeil fand den gesamten Abend gelungen. Ute Zender aus Ottweiler besuchte das Konzert in Hermeskeil, weil ihr Sohn bei Jazz Train mitspielt, genauso wie der von Ingeborg und Joachim Karsten aus Bexbach. Die beiden fanden das Engagement der Schüler beeindruckend, denn die Auseinandersetzung mit Jazzmusik ist nach ihrer Meinung für Jugendliche nicht die Regel.

Pate des Big-Band-Konzerts war der Hermeskeiler Organist Rafael Klar, der als Mitglied des Arbeitskreises Hermeskeiler Kulturherbst die Veranstaltung organisierte. Zum einen mag er persönlich Big-Band-Musik, zum anderen könne man mit zwei Big Bands einen Abend hervorragend gestalten. „Es ist auch eine Motivation für die Hermeskeiler Schüler, ein Konzert zu geben und eine andere Big-Band zu hören“, sagte Klar. Big Bands sind für ihn die optimale Orchesterform für junge Leute, bei der sich jeder nach seinen Fähigkeiten einbringen kann: „Die besseren Musiker können beispielsweise solo spielen“, sagte Klar, egal, ob an Trompete, Saxofon oder an anderen Instrumenten.

Er zeigte sich mit den 130 Besuchern in der Hermeskeiler Hochwaldhalle durchaus zufrieden.